Objekt des Monats
Die große Sammlung des Münsterbauvereins hält allerhand Kurioses und Charmantes bereit. Vieles davon fristet jedoch ein einsames Dasein in unseren Gemäuern. Das wollen wir ändern. In unserer neuen Rubrik „Das Objekt des Monats“ bekommen unsere verborgenen Schätze endlich eine Bühne. Jeden Monat wird ein anderes Objekt unter die Lupe genommen, in unserem Bauhüttenmuseum ausgestellt und auf unserer Homepage präsentiert.
November 2026
Kopf eines Bergarbeiters, Gesellinnenstück von Carla Braun
Kopf eines Bergarbeiters
Sandstein, 2026
Gesellinnenstück von Carla Braun
Freiburg, Münsterbauverein
Im November steht das Gesellinnenstück von Carla Braun im Mittelpunkt. Mit dieser besonderen Arbeit schloss sie im Juli 2026 ihre Ausbildung zur Steinbildhauerin in der Freiburger Münsterbauhütte erfolgreich ab. Für ihr Gesellinnenstück ließ sie sich von den Zierelementen eines Strebepfeileraufsatzes am nördlichen Langhaus des Freiburger Münsters inspirieren. Dabei handelt es sich um eine Zwickelfigur, die den Beginn der Wimperge schmückt. Über die Deutung des Motivs und die Wahl des Objekts schreibt sie Folgendes:
Zunächst hielt ich den Kopf für die Darstellung eines Mönchs. Doch sowohl die fehlende Tonsur als auch die aufgestellte Kapuze entsprachen nicht dem geläufigen Bild einer Mönchsdarstellung. Ich erfuhr, dass die Kapuze zur mittelalterlichen Alltagsmode gehörte und dass es sich bei diesem Porträt um einen Arbeitenden handeln muss. Die hochgestellte Form könnte auf einen Bergarbeiter hinweisen, da diese ihre Kapuzen zum Schutz ursprünglich mit Stroh und Wolle ausstopften. Diese neue Perspektive begeisterte mich, sodass ich begann, das alte Gipsmodell als mein Gesellenstück neu zu gestalten und Fehlstellen auszubessern. Ich entschied mich dazu, den Kopf auf dem Profillauf des Wimpergs zu belassen und diesen zu überarbeiten. Er bildet einen passenden Rahmen und hebt die aufgestellte Kapuze hervor. Das Gesicht sollte einen ruhigen, friedlichen Ausdruck bekommen, schlicht und mit klaren Konturen. Mir war wichtig, es in gewisser Weise neutral zu halten, damit es nicht sofort einem Geschlecht zugeordnet werden kann.








































































